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Gebärdensprachen in der Schweiz

In der Schweiz gibt es rund 10 000 vollständig gehörlose Personen. Es werden drei Gebärdensprachen benutzt:

  • Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS), unterteilt in fünf Dialekte
  • Französische Gebärdensprache (LSF)
  • Italienische Gebärdensprache (LIS)

Es besteht Ähnlichkeit zu den Gebärdensprachen der Nachbarländer Deutschland, Frankreich und Italien. Die sprachwissenschaftliche Aufarbeitung ist im Gange. In diesem Fall sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gebärdensprachen nicht sehr gross, sodass sich Gehörlose auch über Sprachgrenzen hinweg verständigen können (siehe Gebärdenlexikon).

Es laufen Bemühungen, die Gebärdensprachen offiziell als Sprachen anzuerkennen. Schon jetzt sind die Behörden verpflichtet, auf die besonderen Anliegen der Sprach-, Hör- und Sehbehinderten Rücksicht zu nehmen: so gibt es zum Beispiel auf der Webseite des Bundes Videos mit einer kleinen Auswahl an Informationen. Seit 2007 bringen die nationalen Fernsehstationen pro Tag mindestens eine Sendung in Gebärdensprache.

Vom Aussterben bedroht?

Heute erhalten die meisten gehörlosen Kinder schon mit ungefähr einem Jahr ein Gehörschnecken-Implantat. Dies ist eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv normal funktioniert. Bei diesen Kindern wird die Gebärdensprache nicht gefördert, sodass dieselbe als gefährdet angesehen werden könnte. Viele Gehörlose sehen das jedoch nicht so, da sie trotzdem in irgendeiner Form Gebärdensprache benutzen.

Zahlen zu Gebärdensprachen