Die Yom-Bibel ist da nach fast 70 Jahren

Djougou (Benin), 29. August 2020

Was für eine Stimmung in der Kirche! Als die Leute das erste Exemplar der Yom-Bibel sahen, stiessen sie einen grossen Freudenschrei aus und alle, etwa 130 Personen, jung und alt, Männer und Frauen, jubelten Gott zur Ehre, mehrere Minuten lang. Ein Pastor sagte nachher: «Als ich diese Bibel sah, dachte ich an all die Menschen, die gebetet und sich gewünscht hatten, diese Bibel zu sehen, und vor dem heutigen Tag gestorben sind.» Bei diesem Gedanken hatte er Tränen in den Augen.

Der Chor sang und lobte Gott. Während die Männer auf ihren Sitzen sassen und ihre Körper bewegten, um den erforderlichen Abstand einzuhalten, konnten die Frauen ihre Freude nicht zurückhalten und standen auf, um vor dem Publikum zu tanzen. Es war sehr bewegend! Mitten in der Zeremonie gab es einen Regenguss, der auf das Ende der Feier hin wieder aufhörte. Für das Yom-Volk ist dies ein Zeichen des Segens, dass Gott diese Bibel gebilligt hat.

1951 – vor fast 70 Jahren

Vor fast 70 Jahren begann Gordon Beacham mit seiner Frau Joyce die Übersetzung. Zusammen mit dem Sohn des ersten Yom-Christen entwickelte er ein Alphabet für das Yom. Nach vielen Jahren, 1986, wurde das Neue Testament überreicht.

Eine zweite Mitarbeiterin, Dorothy Forsberg, begann 1976 im Team, das unter SIM und der Kirche UEEB arbeitete. Da Dorothy mit nur einer Hand auf die Welt kam, pflegt sie zu sagen: «Ich habe die Hälfte des Neuen Testamentes mit einer Hand eingetippt!» Dorothy arbeitete mit bis zur Fertigstellung der ganzen Bibel, das sind 44 Jahre! Von 1989 bis 2000 hat auch eine Schweizerin massgeblich zum Projekt beigetragen: Hanni Kuhn war die Beraterin, die einen Grossteil der übersetzten Bücher des Alten Testaments geprüft hat.

Es gibt 300 000 Yom, die im Norden von Benin leben. 4000 Exemplare wurde von der Yom-Bibel gedruckt, eines davon durfte nun Joyce Beacham, unterdessen 93-jährig, in ihren Händen halten.

Quellen: Tianna Haas (SIM-Webseite), Issifou Korogo (Foto, Übergabefeier)