Korowai
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Korowai
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3000 bis 4000
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Animismus; ca. 2% Christen
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Markusevangelium, 1.Mose (Entwurf)
Die Korowai leben in einem sumpfigem Regenwald auf der Insel Neuguinea. Früher lebten sie zerstreut in Baumhütten, welche in 5 bis 15m Höhe schweben. In den letzten 15 Jahren haben sich jedoch immer mehr Dörfer gebildet. Die meisten Korowai verbringen jetzt mehr Zeit im Dorf als in ihren Baumhäusern.
Die Volksgruppe ist in mehrere Sippen unterteilt. Sie betreiben Wanderfeldbau, wobei Sago und Bananen Grundnahrungsmittel sind. Sie ernähren sich auch von allem anderen, was sie in den umliegenden Wäldern und Flüssen finden können, wie zum Beispiel Zuckerrohr, Gurken, Brotfrucht, Fische, Wildschweine, Eidechsen, Schlangen und Vögel. Aufgrund von finanziellen Hilfsprogrammen der Regierung erhalten immer mehr Korowai Reislieferungen, was sie abhängiger von Nahrungsmitteln von ausserhalb ihres Gebiets macht.
Die Korowai haben eine animistische Weltanschauung und Religion. Sie glauben, dass in der Welt um sie herum überall Geister leben (im Dschungel, im Wasser und sogar in anderen Menschen) und fürchten sich davor, das Gleichgewicht dieser Geisterwelt zu stören. Deshalb baden sie zum Beispiel kaum im Fluss und trinken nur wenig Wasser.
Eine zentrale Figur ihrer Weltanschauung ist der „Khakhua”-Hexer. Diese Person, immer männlichen Geschlechts, hat einen inneren Drang, tödliche Hexerei zu betreiben. Die Korowai haben grosse Angst vor den „Khakhuas“. Heute werden die Hexer zwar nicht mehr sofort getötet, wenn sie entlarvt werden, aber dennoch hart bestraft.
Wenn jemand krank wird, glauben die Korowai, dass die kranke Person von einem bösen Geist, der in einer anderen Person lebt, verflucht wurde. Wenn jemand von mehreren Personen für ihre Krankheit beschuldigt wird, muss er hart bestraft werden.
Die Korowai glauben an die Reinkarnation der Seele. Nach dem Tod geht die Seele in das Nachleben, wo sie ähnlich weiterlebt wie hier. Es kann jederzeit geschehen, dass die „Nachlebens-Sippe“ entscheidet, eine Seele zurück in den Körper eines Neugeborenen zu senden, damit diese sich so reinkarniert.
2004 zogen Wycliffe-Mitarbeiter ins Korowai-Gebiet, um dort ein Bibelübersetzungsprojekt zu beginnen. Da die Übersetzungsarbeit nur nützlich ist, wenn die übersetzte Bibel auch gelesen werden kann, war der Schwerpunkt am Anfang die Alphabetisierung. 2009 wurden eine vorläufige Orthographie und ein Leselehrplan entwickelt. Von 2012 bis 2015 führte ein junger Korowai regelmässig Alphabetisierungskurse durch. In den Dörfern wurden mehrere Schulen gebaut, die aber nie recht funktionierten. Alle Lehrer kamen von ausserhalb, waren also keine Korowai und unterrichteten auf Indonesisch.
2009 wurden auch die Serien Good News und Look, Listen and Live von Global Recordings ins Korowai übersetzt, aufgenommen und in der ganzen Region verbreitet. Kurz danach kam der erste Korowai zum Glauben und begann, mit anderen darüber zu sprechen. Gestützt auf diese Aufnahmen von Global Recordings entstand die erste Korowai-Gemeinde.
2016 wurde das Markusevangelium auf Korowai übersetzt, gedruckt und auch in Audio-Form verbreitet. Als nächstes wurde an der Übersetzung des 1. Buchs Mose gearbeitet. Immer mehr Korowai kamen zum Glauben und liessen sich taufen. Inzwischen gibt es etwa 50 gläubige Korowai. Die Ältesten der Gemeinde hören sich die bereits übersetzten biblischen Geschichten an, machen sich so damit vertraut und erzählen diese dann im Gottesdienst mit Hilfe von grossen Bildern. So sind die Gottesdienste auch für die Korowai zugänglich, die noch nicht lesen können.
Im Sommer 2018 sind die Wycliffe-Mitarbeiter wegen der Ausbildung ihrer Kinder bis auf Weiteres in ihre Heimat zurückgekehrt, was dazu führte, dass das Projekt für mehrere Jahre quasi stillstand.
2023 zeigte sich die Nichtregierungsorganisation Suluh interessiert, das Projekt wieder zu beleben. Die Organisation plant nun, in einigen Dörfern mit der Korowai-Alphabetisierung zu beginnen, sofern die Bevölkerung dies unterstützt. Zu diesem Zweck wird im Sommer 2024 eine Umfrage durchgeführt. Es wird auch die Möglichkeit geprüft, mit der Bibelübersetzung weiterzufahren.