Volksgruppen an der Seidenstrasse

Asien

Sprache(n)

3 grössere Sprachgruppen

Sprecher

1,9 Mio. Menschen

Religion

Mehrheitsreligion

«Unsere Sprache und unser Volk ist am Verschwinden! Unsere Sprache gehört zu unserer Identität, wir wollen sie behalten, aber wir wissen nicht, wie wir das tun können. Wir brauchen Hilfe, sagen Sie das Ihrer Organisation!» Diese Aussage machte ein gebildeter Mann der Region im Gespräch mit einem Mitarbeiter. Dieser bestätigt: «Die Volksgruppen dürsten danach, dass man sich um ihre Sprachen kümmert. Es gibt einen starken Wunsch nach Sprachentwicklung.»

Hintergrund

In den Ländern entlang der traditionellen Seidenstrasse in Westasien wohnen mehrere grosse Volksgruppen (mit je rund 500 000 Sprechern), unter denen es kaum Christen gibt. Die Länder sind verschlossen und schwer zugänglich, die Sicherheit für Ausländer ist nicht gewährleistet. Mitarbeiter ringen um kleinste Fortschritte mitten in weit verbreiteter Armut.

Auch diesen Menschen möchten wir Zugang zu Gottes Wort in ihrer Sprache geben! Darum ist die Initiative «Seidenstrasse» ins Leben gerufen worden, um in diesen Ländern die Schulbildung und danach auch die Bibelübersetzung zu fördern.

Mehrsprachige Schulen

«Sie sind ein Engel! Sie öffnen die Augen unserer Kinder! Jetzt lernen sie, was richtig und falsch ist», sagte eine Mutter zur Lehrerin und fuhr fort: «Die Kinder lieben es zu lernen! Wir wollen, dass diese Schule bleibt, damit auch andere Kinder lernen können.»

Schulen, in denen die Kinder wirklich etwas lernen, sind nicht selbstverständlich. «Wir wissen, dass mehrsprachige Schulen der Weg sind, wie unser Volk gebildet werden und gleichzeitig seine Sprache behalten kann …» meinte ein Mitarbeiter, der in der Region aufgewachsen war.

Abklärungen

In einem ersten Schritt wird nun für drei grosse Sprachgruppen in Westasien abgeklärt, wie sie ihre Muttersprache brauchen. Man stellt den Einwohnern Fragen wie:

  • Sind Sie stolz auf Ihre Muttersprache? Wollen Sie sie bewahren?
  • Sprechen Sie sie zu Hause? bei der Arbeit? auf dem Markt? in der Schule?
  • Möchten Sie, dass Ihre Kinder in Ihrer Sprache lesen und schreiben lernen?

In zwei der drei Sprachgruppen gibt es grosse Dialektunterschiede, so dass sie sich manchmal nicht einmal verstehen. Deshalb fragt man:

  • Verstehen Sie die anderen Dialekte?
  • Welche Sprache wählen Sie, wenn der andere Sie nicht versteht?
  • Verstehen Sie den Dialekt des Nachbarlandes?

Um das genau zu erfassen, spielt man den Befragten Texte der anderen Dialekte vor und stellt ihnen danach Fragen nach einem ausgeklügelten System. Aus den Antworten kann man dann genau erfassen, wieviel sie verstanden haben.

All diese Abklärungen sind nötig, denn man möchte ja nicht 10 Übersetzungen anfangen, wenn drei reichen würden, aber auch nicht nur eine Übersetzung haben, die dann viele gar nicht verstehen!

Budget

Diese Abklärungen sind für 2019 bis 2021 geplant, das Budget beläuft sich auf 14 000 Franken pro Jahr. Wycliffe Schweiz möchte gern diesen Betrag übernehmen, damit nachfolgende Bildungs- und Bibelübersetzungsprogramme auf einem guten Fundament stehen werden. Helfen Sie mit?