Beten für die Suri

Januar 2021

Politische Situation im Land

Es ist leider immer wieder der Fall, dass es im Land Spannungen zwischen Volksgruppen gibt, die teils in Gewalt ausarten. In den letzten Monaten gab es in Tigray, einer Region im Norden des Landes, ernsthafte Unruhen. Der darauf folgende bewaffnete Konflikt verursachte großes Leid und die Vertreibung eines Teils der Bevölkerung.

Nun ist der militärische Einsatz beendet. Wir beten und hoffen sehr, dass die Bevölkerung im Norden bald Hilfe bekommt und das Leid gelindert werden kann. Auch ist es ein grosses Anliegen, dass der Frieden zwischen den Sprachgemeinschaften in dieser Region und im ganzen Land wiederhergestellt wird.

Das Team

Anfang November besuchte Barduni, der Leiter des Übersetzerteams, einen zweiwöchigen Weiterbildungskurs in Addis Abeba. Im Kurs lernte er Übersetzungstheorie und vertiefte seine Kenntnisse über das geographische und geschichtliche Umfeld der biblischen Autoren. Nach einer Woche in der Hauptstadt verschlechterte sich Bardunis Gesundheitszustand leider dramatisch. Wegen Atemnot musste er notfallmässig ins Spital eingeliefert werden, wo ihm Sauerstoff verabreicht wurde. Nach zwei Tagen ging es ihm wieder besser, so dass er aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Aber verschiedene Untersuchungen standen noch an, so dass Matthias Barduni zu den medizinischen Abklärungen begleiten musste, was immer mit viel Warten verbunden war. Gott sei Dank war sein Covid-19 Test negativ; der CT-Scan zeigte aber, dass beide Lungenhälften nur teilweise funktionsfähig und noch nicht vollständig frei vom Pilzbefall sind. Die Tuberkuloseerkrankung des letzten Winters ist zwar ausgeheilt, hat aber Narben zurückgelassen. Es scheint, dass Barduni immer wieder besonderen Angriffen des Widersachers ausgesetzt ist, da er derjenige im Team ist, der den anderen Übersetzern wenn nötig Mut zuspricht, sie für die Arbeit motiviert und ihnen eine evangelistische Vision für ihr Volk zu vermitteln versucht.

Da Barduni erneut in akute Atemnot geriet, wurde er nochmals ins Krankenhaus eingeliefert, wo er zwei Wochen blieb. Man hat seinen Übersetzerkollegen Nyurli gebeten, nach Addis Abeba zu kommen, um Barduni beizustehen. (In Äthiopien bereitet die Familie des Patienten die Mahlzeiten zu und bringt sie ihm während seines Krankenhausaufenthalts. Zusätzlich bleibt ein Familienmitglied Tag und Nacht beim Patienten und schläft bei ihm.) Während dieser Zeit konnte Nyurli den Übersetzungsentwurf des Johannesevangeliums in den Computer eingeben. Jetzt kann die nächste Arbeitsetappe dafür begonnen werden.

Die anderen beiden Übersetzer, Nyangaramu und Kumundo, bereiteten sich auf die Abschlussprüfungen des 8. Schuljahres vor, die wegen der Coronasituation immer wieder verschoben wurden. Wenn alles wie angekündigt verlaufen ist, konnten sie die Prüfungen Ende Dezember 2020 ablegen.

Das angekündigte Treffen mit dem Präsidenten der Synode der Mekane Yesus Kirche West-Gambela verlief sehr erfreulich. Danke, dass Sie dafür gebetet haben. Er zeigte grosses Interesse daran, dem Übersetzerteam zu helfen , unter den Suri (Kacipo-Balesi) in Koi eine Gemeinde aufzubauen. In der zweiten Dezemberhälfte wollte er zusammen mit ein paar Mitarbeitern das Übersetzerteam in Koi besuchen. Für Bartagi, den Bibelschulabsolventen, stellte er eine Praktikumsstelle in Aussicht.

Zum Danken

  • dass nun alle vier Evangelien auf Suri übersetzt sind;
  • für das gute Treffen mit dem Präsidenten der Synode;
  • dass Bartagi die Bibelschule erfolgreich abschliessen konnte und nun eine Praktikumsstelle in Aussicht hat;
  • dass es Barduni schon etwas besser geht und für Nyurli, der ihn unterstützt.

 

Zum Bitten

  • dass es in Äthiopien zu einem Versöhnungsprozess zwischen den Volksgruppen kommt, der wahren Frieden bringt;
  • um Hilfe für alle Menschen in diesem Land, die unter der Not und dem Krieg leiden;
  • dass viele Menschen sich dem Friedensfürsten, Jesus Christus, zuwenden;
  • um vollständige Wiederherstellung von Bardunis Gesundheit;
  • dass die Übersetzungsarbeit wieder vorankommen kann;
  • für das ganze Projektteam und ihre Familien: um Schutz vor Krankheiten und geistlichen Angriffen.