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Cameron Townsend

Cameron Townsend im Jahr 1917

William Cameron Townsend
(1896 – 1982)

William Cameron Townsend

1896 – 1982
FORSCHUNG - GESCHICHTE

William Cameron Townsend regte zur sprachwissenschaftlichen Forschung unter kleinen Völkern an und verteidigte ihre kulturelle Eigenart. «Seit dem dritten Jahrhundert hat es keinen Mann gegeben, der wie Cameron Townsend so viel versucht und so viele seiner Träume zu seinen Lebzeiten verwirklicht gesehen hat,» erklärte der zum Nobel-Friedenspreis vorgeschlagene Professor Kenneth L. Pike. Obwohl er von «Träumen» sprach, waren es eigentlich kühne Pläne. Eins seiner Ziele war, das Studium aller Sprachen kleiner Naturvölker in der Welt zu fördern, die noch nicht analysiert oder verschriftet waren. Ein anderes seiner Ziele war, es jeder Volksgruppe zu ermöglichen -- ganz gleich wo sie lebte --, die Identität ihrer Lebensgemeinschaft zu bewahren und zu verteidigen. Es war Townsend möglich, zu Lebzeiten kolossale Fortschritte auf diese beiden Ziele hin zu erleben. Hier ist die Geschichte seines Lebens:

Was den ersten «Traum» betrifft, so hat das von Townsend gegründete Summer Institute of Linguistics, (SIL) in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts akademische Arbeiten zur Beschreibung und Analyse von 1724 Sprachen veröffentlicht. Zurzeit wird an 1053 Sprachen gearbeitet. Was den zweiten «Traum» betrifft, der Townsend ebenso wichtig war, so hat er mit seinen Mitarbeitern, mit Behörden und Erziehungsinstitutionen energisch darauf hingewirkt, dass all diesen Volksgruppen geholfen wird, ein gesundes Selbstbewusstsein, Würde und nationale Anerkennung zu erlangen.

Cakchiquelfreunde von Herrn und Frau Townsend in dem Dorf Cajagualten, Guatemala  (1924) Der Beitrag zur akademischen Forschung und die Ermutigung, die er den Angehörigen kleiner Volksgruppen gab, ihren Wert als Menschen zu erkennen, lassen sich kaum hoch genug einschätzen. Die wissenschaftliche Welt und die menschliche Gesellschaft schulden Townsend aufrichtige Dankbarkeit.

Das Leben Townsends war so vielfältig wie die Programme, die er förderte und die Organisationen, die er gründete. Zum Beispiel bestand er darauf, dass die Mitglieder von SIL bereit sein müssen, anderen Menschen in wissenschaftlicher, materieller und geistlicher Hinsicht zu dienen. Seiner Ansicht nach ist es nicht genug, dass jemand anderen Menschen helfen möchte. Er braucht auch eine wissenschaftliche Ausbildung, denn diese macht seinen Beitrag erst relevant und wirksam. Er meinte, dass ein Dienst auf dem Fundament wissenschaftlicher Forschung mehr geeignet ist, einen dauernden Eindruck zu hinterlassen, als ein Dienst, der nur durch hohe Ideale motiviert ist.

Hier geht es mit Cameron Townsends Geschichte weiter.