Geschichte von Wycliffe
1917 | Cameron Townsend war in Guatemala unterwegs, um spanische Bibeln zu verkaufen. Ein Indianer stellte ihm die Frage: Wenn dein Gott so gross ist, warum spricht er meine Sprache nicht? Der junge Missionar aus Amerika hätte diese unbequeme Frage ebenso verdrängen können. Aber Townsend zog die Konsequenzen. Statt weiterhin unverständliche Bibeln zu verkaufen, erlernte er eine schwierige Mayasprache und übersetzte dann das Neue Testament zusammen mit den Indianern in ihre eigene Sprache, das Cakchikel (sprich: Kätschäkihl). | |
1932 | Nach 15 Jahren Arbeit gibt es unter den Cakchikel 100 einheimische Kirchen, ein Spital, einen Sanitätsposten, eine Schule und eine Ausbildungsstätte für Prediger. | |
1933 | Townsend beginnt, zusammen mit seinem Freund L. Legter, eine ähnliche Arbeit in Mexico. | |
1934 | Townsend führt das erste «Camp Wycliffe» in Arkansas durch. In diesem Kurs lernen zukünftige Bibelübersetzer ihr Handwerk. Der englische Professor John Wycliffe hatte im 15. Jahrhundert als erster die Bibel in eine Umgangssprache übersetzt; deshalb wurde sein Name für die Ausbildungskurse und später für die ganze Organisation ausgewählt. | |
1942 | Die «Wycliffe Bibelübersetzer» und die Feldorganisation SIL (Summer Institute of Linguistics) werden offiziell gegründet. Sitz ist Kalifornien. | |
1948 | Auf Initiative von Townsend wird der technische Unterstützungsdienst JAARS (Jungle Aviation and Radio Service) gegründet. | |
1952 | Townsend publiziert seine Biografie des mexikanischen Präsidenten Lazaro Cardenas. Wegen dieses Buches lädt der philippinische Präsident Magsaysay SIL in sein Land ein. Damit beginnt die Übersetzungsarbeit in Ozeanien. | |
1962 | SIL beginnt die Arbeit in Ghana und ist bald in fast allen westafrikanischen Ländern anzutreffen. | |
1964 | Der Verein «Wycliffe Bibelübersetzer Schweiz» wird gegründet und die ersten Schweizer Mitarbeiter reisen aus. | |
1999 | Auf der internationalen Konferenz von Wycliffe wird die Vision 2025 verabschiedet. | |
2008 | Wycliffe International verlegt seinen Sitz nach Singapur. |
...das kann man kaum überschätzen
«Wer unerforschte Sprachen alphabetisiert, mündliche Traditionen verschriftlicht und die Bibel übersetzt, ermöglicht es marginalisierten ethnischen Minderheiten, ihre Kultur bekannt zu machen, politische und religiöse Entscheidungen zu treffen und macht ihnen die wichtigste Grundlegung für Menschenwürde und Menschenrechte zugänglich: Gottes Ja zu uns. Diese Arbeit kann man kaum überschätzen.»
Cameron Townsend-Biografie Fr. 8.– »hier


