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Sprachelernen

Sabine lernt Sango

Mit geschlossenen Augen sitze ich da und konzentriere mich auf die kleinen Sätzchen, die mir mein Sprachlehrer vorsagt. Ich spreche sie nach. Doch verstehen tue ich kein Wort. Es klingt so ähnlich wie:  Mbiba mo. Mobalo. Alabalala. Itatilo tiwali. Ita timbi tikoli. Ich konzentriere mich auf das Hören der Sprache. Ton ist wichtig. Ob ich pápā sage, oder papa oder papá macht einen Riesenunterschied!* Zudem hat papa noch zwei verschiedene Bedeutungen, die nur durch den Kontext ermittelt werden können, nämlich entweder „Streit“ oder „Löffel“.  Pápā ist die Sandale, und papá der Vater. Ich sitze immer noch mit geschlossenen Augen da. Verstehen tue ich immer noch nicht wirklich. Und es beginnt mich zu stören. Doch dann springen meine Augen plötzlich auf. Gerade eben habe ich einen Satz verstanden! Und dann einen zweiten. Es ist, wie wenn etwas „geklickt“ hätte in meinem Kopf. Mbī bá mo. „Ich sehe dich.“ Mo bá lo. „Du siehst ihn.“  Ála bala ála. „Sie grüssen sie“. Ítā tí lo tí wálī „seine Schwester“. Ítā tí mbī tí kólī, „mein Bruder“. Unglaublich, ich beginne Sango zu verstehen! Und zudem macht es mir Spass, endlich einmal eine Tonsprache lernen zu können.

*Die Tonhöhe wird auf den Silben mit sogenannten Diakritika angegeben.

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«Ich dachte immer, nur Portugiesisch habe eine grammatische Struktur! Ich bin ganz erstaunt, dass auch meine Sprache Substantive, Pronomen, und Verben hat.»

Junge Frau einer Volksgruppe im Amazonas