Zu Tränen gerührt
Ein kleines Dorf in einem langen, schmalen Tal, irgendwo in Südostasien. Die Dorfbewohner verlassen das Tal nie, wozu auch? Aber Fremde sind ins Tal gekommen. Sie haben ein Buch mitgebracht und einige der Dorfbewohner erklären sich bereit, beim Übersetzen des Buches in ihre Sprache zu helfen. Wozu? Na ja, mal sehen!
Die kleine Gruppe von Dorfbewohner arbeitet sich nun Vers für Vers durch die Apostelgeschichte. Einer der Fremden, ein Wycliffe-Mitarbeiter, unterstützt sie dabei. Er steht ihnen als Exeget und Berater zur Seite. Sie kommen zu Kapitel 17, Vers 26: «… Für jedes Volk hat er (Gott) im Voraus bestimmt, wie lange es bestehen und in welchen Grenzen es leben soll.» Den Asiaten, die mit dem Berater zusammen um einen grossen Tisch herumsitzen, laufen plötzlich Tränen übers Gesicht.
Der Berater ist so in den Text vertieft, dass er erst gar nicht bemerkt, was um ihn herum geschieht. Doch dann beginnt einer der Männer zu sprechen: «Dieser Vers ändert alles! Was für eine Ermutigung! Weißt du, du erklärst uns ständig Dinge, von denen wir noch nie im Leben etwas gehört haben. Wir fühlen uns dann oft so minderwertig. Als hätte Gott uns einfach vergessen. Aber hier steht, dass Gott uns schon immer kannte und dass er uns nie vergessen hat. Ich bin so froh!»
Auch andere Teile der Apostelgeschichte machen einen tiefen Eindruck auf diese Männer. Bisher hatte ihre Volksgruppe sehr isoliert gelebt und den Kontakt zur Aussenwelt gemieden. Die weiten Reisen des Apostels Paulus bringen sie nun ins Nachdenken. Sie setzen sich den biblischen Berichten über seine Missionsreisen ernsthaft auseinander und beginnen, sie auf ihre eigene Situation anzuwenden: Könnte nicht auch ihre Volksgruppe einige Leute als Missionare zu benachbarten Völkern aussenden?
Die Beschäftigung mit dem Wort Gottes verändert diese Menschen und ihr Denken. Tief in ihren Herzen ist der Wunsch gewachsen, dem Beispiel des Apostels Paulus zu folgen und das Evangelium zu anderen Menschen weiterzutragen
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