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Nicht auszudenken, was ich verpasst hätte...

Ja, wenn die Stopptafel erzählen könnte... Zu viert standen wir als Schulkinder oft vor davor, bevor sich unsere Heimwege nach der Schule teilten. Eines Tages sprachen wir davon, was wir gerne werden wollten. Für mich war es ganz klar: ich werde Krankenschwester und gehe nach Afrika. Dies entsprach meinem Bild von Mission als ich 14-jährig war – und diese Vorstellung diente mir später als Ausrede, eben nicht in die Mission zu gehen. Und – für die Mission braucht es einen klaren Ruf! Diesen Ruf stellte ich mir als einen direkten Brief von Gott vor. Doch, der kam nicht, also liess ich das Thema erleichtert fallen, ohne mit der sanften Beharrlichkeit Gottes zu rechnen.

Irgendwie hatte ich Angst davor, Gott könnte mich in die Mission rufen, ohne dass ich wirklich bereit wäre. So hörte ich jedem Missionsvortrag auf der Bibelschule mit gemischten Gefühlen zu. Was, wenn mich Gott doch ruft? Aber nein, kann er nicht, ich bin ja weder Krankenschwester noch Lehrerin. Zwei Missionsberichte rüttelten mich auf: Eine Krankenschwester, in Afrika tätig, musste die Buchhaltung übernehmen weil sonst niemand da war; eine Kindergärtnerin in Peru wurde im Büro gebraucht, weil sonst niemand da war. WAS, »Bürogummis« wie ich werden in der Mission gebraucht! Das erste Argument war dahin.

Nun kam auch der Ruf, aber anders als erwartet. Er lautete: »Du bist frei zu gehen, ich habe nichts für dich in der Schweiz.« Die Arbeitsstelle die ich vor der Bibelschule hatte, war länger besetzt als erwartet. Ich war gesund. Was hielt mich also zurück? Nichts!! Das zweite Argument war ebenfalls weg.

Heute kann ich auf dreissig spannende Jahre in Afrika und Amerika zurücksehen. Kaum vorstellbar, was ich verpasst hätte, wenn Gott mich nicht für die Missionsarbeit freigestellt hätte! Administrative Aufgaben und Buchhaltung werden mehr gebraucht als gedacht – denn auch in der Mission passiert nichts ohne das liebe Geld!

Der »Ruf« zurück in die Heimat war tatsächlich ein Mail! Nicht von Gott, aber vom Wycliffe Büro. Wer kann einige Jahre vor der Pensionierung noch eine neue Herausforderung annehmen? Nicht in der Wirtschaftswelt wo man zum »alten Eisen« gehört. So bin ich gespannt, was die nächsten Jahre bringen.

Margrit Kuratli