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Kortens Weltreise zu Wycliffe

Ich komme aus einem kleinen Dorf in Kanada. Meine Eltern bewirtschafteten eine Farm in Ontario. Sie sind Christen. Wie sie, habe auch ich Gott immer geliebt. Doch als ich von zu Hause wegzog, hatte ich die gleichen Ziele wie die meisten jungen Menschen: Eine Arbeit zu finden, die ich gerne machte und die mir zugleich Prestige verlieh. Auf der Farm meiner Eltern wollte ich jedenfalls nicht bleiben. Ich machte eine Ausbildung in «business administration» und arbeitete anschliessend in Computerfirmen. Nachdem ich insgesamt sechs Jahre gearbeitet hatte, konnte ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen und auf eine Weltreise gehen. Von irgend einem Anlass her hatte ich noch Wycliffe-Informationen. Ich rief dort an und erkundigte mich nach Möglichkeiten für einen Kurzeinsatz. Man vermittelte mir etwas in Neuseeland. Ohne viel über Wycliffe zu wissen, willigte ich ein. Die Zeit dort bleibt mir unvergesslich. Ich spürte, dass die Mitarbeiter ein sinnvolles Ziel vor Augen hatten. Genau das hatte mir bei meinen vorherigen Arbeitsstellen gefehlt. Viel zu arbeiten und Überstunden zu leisten macht mir wirklich nichts aus, aber es bloss fürs Geld zu tun, schon. Ich war auf der Suche nach etwas, das mehr Bedeutung für mich haben würde.
Neuseeland war die erste grössere Station auf meiner Weltreise. Aber schon dort setzte sich in meinem Hinterkopf der Gedanke fest, bei meiner Rückkehr nach Kanada das Kandidatenprogramm von Wycliffe zu absolvieren. Das tat ich dann auch, nachdem ich weitere Länder Asiens und Europa besucht und einige Zeit in einem Kibbutz in Israel verbrachte hatte.
1992 wurde ich als Kandidat von Wycliffe Kanada angenommen und arbeitete vorderhand zwei Jahre im kanadischen Heimatbüro in Calgary. Diese Zeit war sehr wertvoll. Jede Menge Wycliffe-Mitarbeiter besuchten das Büro und erzählten von ihrer Arbeit. Ich war voll motiviert, sie zu unterstützen. Unter meinen Bürokollegen waren etliche, die Vorbilder für mich waren. Von ihnen lernte ich, wie man betet und Gottes Wort im Leben umsetzt.

Adrian Korten

 

Englisch lernen mit einem Missionseinsatz verbinden

Adrian und ich trafen uns nur flüchtig, als ich nach Calgary kam. Er bereitete sich gerade auf einen Kurzaufenthalt in Indien vor. Als er von dort zurückkam, entdeckten wir, das wir die gleichen Interessen hatten: Volleyball spielen, Rad fahren und lesen. Das brachte uns näher. Ich war nach Kanada gekommen, nachdem jemand von OM in unserer Gemeinde betont hatte, wie wichtig Kurzeinsätze in der Mission seien und wieviel man in zwei Jahren beitragen könne. Ich war damals noch in der kaufmännischen Lehre und hatte ohnehin im Sinn, in ein englischsprechendes Land zu gehen, um mein Englisch zu verbessern. An jenem Abend begriff ich, dass ich das mit einem Missionseinsatz verbinden könnte! An so etwas hatte ich vorher nie gedacht, aber an dem Abend wurde dieser Gedanke für mich zu einem Ruf. 1996 flog ich nach Kanada zu einem zweijährigen Einsatz ins Finanzbüro von Wycliffe. Mir fiel sofort auf, was schon Adrian erwähnte: Wycliffe hat ein Ziel. In der Bank hatte sich alles ums Geld gedreht, und mit der ganzen Bankphilosophie war ich nicht einverstanden. Wycliffe hingegen hat ein Ziel, das den Menschen hilft. Dafür ist es wert, sich einzusetzen.

Bea Korten